Wir haben uns für die Veranstaltungen für 2027 entschieden. Vielen Dank an alle Mitglieder, die Veranstaltungen vorgeschlagen haben, und vielen Dank an alle, die so eine hervorragende Auswahl getroffen haben.
Mehrtägige Veranstaltungen am Ewaldshof
Open Space
Wie in den Jahren zuvor gestalten wir ein verlängertes Wochenende, an dem die Teilnehmenden das Programm selbst mitbringen: In Workshops – und ebenso zwischen ihnen – beschäftigen wir uns mit sexueller Kultur und leben sie. Der Open Space ist unser größtes Format und lebt davon, dass viele etwas beisteuern.
Sex-Tech-Hackathon
Vier Tage lang bringen alle ihre Ideen, Werkzeuge und Kreativität mit und bauen gemeinsam Dinge. Auf der Ideenliste stehen bisher: eigene Silikondildos gießen, Genitalien abgießen, das Kamasutra in Fimo und Ton nachformen, Pornos neu vertonen, Hypnofiles erzeugen und Harnesse basteln. Wer eine eigene Idee mitbringt, ist damit genau richtig – Vorkenntnisse braucht es keine.
Sexuelle Biographiearbeit
Unsere Sexualität entsteht nicht im luftleeren Raum: Sie ist geprägt von Erfahrungen, Beziehungen, Neugier, Scham und Lust. An diesem Wochenende gehst du auf eine Reise durch deine eigene sexuelle Geschichte – von der Kindheit bis heute und darüber hinaus. In Einzel-, Paar- und Gruppenübungen entsteht Raum für Reflexion, Austausch und Innehalten; du entscheidest jederzeit selbst, wie viel du teilst und wie tief du gehst.
Games you can’t win
Spiele mit ständig wechselnden Regeln, mit unbekannten Regeln, ganz ohne Regeln – und Spiele, in denen eine Person die Regeln bestimmt. „Games you can’t win“ ist eine Spielart im BDSM, die mit Macht und Ohnmacht, Mindfuck, Belohnung und Strafe, Unterwerfung und Rebellion arbeitet. Das kann alberner Spaß sein, sehr sexy oder sehr emotional; von kindlich-kreativ bis hart darfst du dort spielen, wo es dich interessiert. Es gibt Anleitung, Übungen und offene Spieleinheiten – und ausdrücklich genug Zeit für Einchecken und Care.
KonSex
KonSex ist ein Kofferwort aus „Konsent“ und „Sexualität“ – beides erfordert viel Kommunikation, und genau die steht im Mittelpunkt. Als Gruppe gestalten wir an zwei Abenden eine sinnliche Spielfläche und nutzen diesen Rahmen, um miteinander über Sexualität ins Gespräch zu kommen. Es gibt keine parallelen Workshops, sondern ein durchgehendes Seminar für die ganze Gruppe.
Oldies but Goldies
Es geht darum, Danke zu sagen: Danke an alle, die schon vor Jahrzehnten in der Szene aktiv waren und die Gesellschaft damit ein Stück bunter, toleranter und vielfältiger gemacht haben. Ihr habt uns den Weg geebnet, und wir wissen darum. Deshalb wollen wir einen Raum schaffen, in dem ihr euch austauschen könnt, miteinander in Kontakt kommt und euch einfach mal wohl und umsorgt fühlen dürft. Dazu planen wir ein lockeres Rahmenprogramm mit kleinen Vorträgen zur Geschichte von BDSM, queerem Leben und verwandten Themen – beraten werden wir dabei von Menschen aus genau dieser Generation. Das Service-Team ist grob unter 40; die Teilnehmenden haben sich in der Szene eingebracht, als die Teammitglieder noch in der Pubertät waren.
Entscheidungsfindung in Gruppen
Wenn eine Mehrheit entscheidet, gibt es immer auch Menschen, die überstimmt wurden. Wir halten es in der Akademie anders: Entscheidungen fallen im Konsens – und das will geübt sein. An diesem Wochenende schauen wir uns den Konsensprozess Schritt für Schritt an: einen Vorschlag so formulieren, dass er verhandelbar bleibt; Verständnisfragen von Bedenken unterscheiden; Einwände nicht wegdiskutieren, sondern in den Vorschlag einarbeiten. Wir üben die Abstufungen zwischen voller Zustimmung, Mittragen trotz Bedenken und Veto – und sprechen darüber, wann ein Veto seine Berechtigung hat und wann es die Gruppe blockiert. Dazu kommen die Themen, an denen Konsens in der Praxis scheitert: Zeitdruck, unausgesprochene Machtgefälle, Menschen, die viel reden, und Menschen, die schweigen. Geübt wird an echten Fällen, die ihr mitbringt. Das Format richtet sich an alle, die in Gruppen entscheiden – Wohnprojekte, Kollektive, Vereine, Beziehungsnetze – und setzt keine Vorkenntnisse voraus; wer mit Gewaltfreier Kommunikation vertraut ist, findet vieles wieder.
Tantramassage
Ein Wochenende rund um Massage – einschließlich Intimmassage – mit Vorführungen und viel Gelegenheit zum eigenen Ausprobieren. Der Fokus liegt auf einer liebevoll achtsamen Haltung, sinnlicher Langsamkeit, nackter Begegnung sowie Nähe und Kommunikation: jenseits eingeschliffener sexueller Muster, ohne esoterisches Geschwurbel und ohne Geschlechterklischees. Die Anleitung übernimmt eine Person, die seit zwei Jahren professionell Tantramassagen gibt und bereits eigene Workshops geleitet hat.
Tagesveranstaltungen auf dem Ewaldshof
Sexpositivität – der Schnuppertag
Von 10 bis 18 Uhr öffnen wir unsere Türen für alle, die neugierig sind, was sich hinter dem Begriff Sexpositivität verbirgt: für Menschen, die uns kennenlernen, ihre Fragen loswerden oder sich dem Thema in geschütztem Rahmen nähern wollen – ohne dass es gleich „zur Sache geht“, aber mit der Möglichkeit, sich ein wenig auszuprobieren. Der ideale erste Kontakt mit dem Ewaldshof.
Verbundenheit in sexpositiven Räumen
Sexpositive Räume ermöglichen bereichernde, mutige und tief berührende Erfahrungen – und machen zugleich Unsicherheiten, alte Muster und intensive Gefühle sichtbar. Dieser Tag hilft, innere Stärke zu entfalten und Herausforderungen mit Klarheit, Selbstfürsorge und Verbundenheit zu begegnen. Wir arbeiten an Selbstmitgefühl, an (Co-)Regulation in herausfordernden Momenten, an stressvollen Gedanken und Glaubenssätzen und daran, eigene Bedürfnisse als Ressource wahrzunehmen. Grundlage sind praktische Übungen, Austausch in Kleingruppen und eigene Erfahrungen, die ihr mitbringt; der Aufbau in einzelnen Blöcken macht das Einsteigen leicht.
Neurodivergenz und BDSM als Werkzeug zur Regulation
Unser autonomes Nervensystem lebt vom Zusammenspiel zweier Gegenspieler: Sympathikus und Parasympathikus. BDSM-Praktiken aktivieren den Sympathikus auf kontrollierte Weise – und ermöglichen danach eine tiefere Entspannung, als sie im Alltag erreichbar ist. Das ist besonders für Menschen interessant, die aufgrund ihrer Neurodivergenz schneller überreizt sind und eine höhere Grundanspannung mitbringen. Der Tag mischt theoretischen Input mit Übungen zur Aktivierung beider Systeme, mit Austausch und Selbstreflexion – und klingt abends in einer BDSM-Party mit Gelegenheit zum Ausprobieren aus.
Kinky Kekse
Weihnachten steht vor der Tür – und wir haben Lust, Kekse in Vulvenform zu backen, Mürbeteig-Penisse mit reichlich Zuckerguss zu verzieren und Weckmänner zu formen, die einander die Pfeife blasen. Wir fangen morgens an und backen so lange, wie wir Lust haben; am Ende wird die Beute unter allen Anwesenden aufgeteilt.
Veranstaltungen außer Haus
Medienfreie Hütte Sommer
Mehr Begegnung, weniger Handy. Wir fahren für einige Tage in ein Freizeithaus im Spessart und lassen die Bildschirme bewusst zu Hause: keine Handys, keine Laptops, dafür Brettspiele, Instrumente und Bücher im Gepäck. Der Sommer verlagert vieles nach draußen – Wanderungen durch den Wald, lange Abende im Freien, gemeinsam Kochen und Essen und Zeit für Gespräche, die im Alltag nicht stattfinden. Das Haus hat zwei große Schlafräume und ein Zimmer mit eigenem Bad, Platz ist für rund 30 Menschen; Wohnmobile sind willkommen. Wir versorgen uns selbst und teilen uns die Küche. Die Teilnahme ist auch tageweise möglich.
Medienfreie Hütte Winter
Dieselbe Idee, andere Jahreszeit: Wir ziehen uns im Winter für einige Tage in ein Freizeithaus im Spessart zurück, ohne Handys und Laptops. Stattdessen Brettspiele, Instrumente und Bücher, gesellige Stunden am Kamin, gemeinsame Mahlzeiten und Wanderungen durch die winterliche Waldlandschaft. Das Haus bietet zwei große Schlafräume – einer davon mit Empore – sowie ein Zimmer mit eigenem Bad und reichlich Stapelbetten; wir kalkulieren mit etwa 30 Personen. Verpflegung ist Selbstversorgung in der gemeinsamen Küche. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise ungünstig, deshalb organisieren wir eine Abholung ab Bad Orb. Auch hier ist eine tageweise Teilnahme möglich.
Kinky Klassenfahrt
Klassenfahrten haben viele gehasst – besonders die, die irgendwie nicht reingepasst haben. Und wer hat das schon? Dabei hätte man mit den richtigen Leuten so viel Spaß haben können. Wir holen das nach, in der Erwachsenenversion und mit allem, was sich kinkyfizieren lässt: Schuluniformen, getrennte Flure, Ausflüge, bei denen man sich benehmen muss, Regeln und Sanktionen, Nachtruhe, Übermüdung, heimliches Knutschen. Nach dem gemeinsamen Ankommen und Vorbereiten auf dem Ewaldshof steigen wir am nächsten Morgen ins Rollenspiel ein – ein Tag und eine Nacht unterwegs, danach gemeinsamer Ausstieg und Aftercare. Wer aussteigen möchte, legt die Schuluniform ab oder macht wegen „Kopfschmerzen“ im Sekretariat Pause.
Segeln im IJsselmeer
Wir stechen in See – na gut, ins Binnenmeer. Fünf bis sieben Tage sind wir auf einem historischen Plattbodenschiff unterwegs, hissen und bergen die Segel selbst und lassen uns treiben, wohin der Wind uns lässt; bei gutem Wind bis ins Wattenmeer. Segelkenntnisse braucht es keine – die Bereitschaft, an Tauen zu ziehen und sie danach ordentlich aufzuschießen, reicht völlig. Ob wir nachts ankern und vom Schiff ins Wasser springen oder einen Hafen ansteuern, entscheiden wir gemeinsam. Mit der Crew ist besprochen, dass Nacktheit und SM an Bord ausdrücklich willkommen sind. An Bord gibt es 30 Schlafplätze in Zwei- und Dreierkojen sowie eine große Gemeinschaftsküche.
Wie es weitergeht
Als Nächstes legen wir die Termine fest und klären für jede Veranstaltung, wer sie vorbereitet. Sobald ein Termin steht, veröffentlichen wir die Ausschreibung mit allen Details hier auf der Webseite: Inhalt, Zeitrahmen, Kosten und Anmeldung.
Die meisten Termine finden auf dem Ewaldshof in Niddatal statt. Alle Veranstaltungen der Akademie sind offen für Menschen unabhängig von geschlechtlicher Identität, sexueller Orientierung, Beziehungsform und Herkunft.
Wir freuen uns auf ein volles Jahr 2027.
